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Allgemein

Saunabaden als "künstliches Fieber"?

Besonders ältere Saunagänger rühmen immer wieder die Heilkraft des "künstlichen Fiebers" beim Saunabaden. Soweit mir bekannt ist, stimmt das aber nicht, weil es sich dabei um die Einwirkung der Wärme von außen auf den Körper handelt, also nicht hervorgerufen durch krankheitsbedingtes Fieber oder gar durch Medikamente. Wer hat Recht?
 
Von vielen regelmäßigen Saunagängern wird die Sauna gerne als "künstliches Fieber" gesehen, wobei an die "Heilkraft des Fiebers" gedacht wird. Dies ist aus verschiedenen Gründen nicht korrekt. Die durch die Sauna erzeugte erhöhte Körperkerntemperatur unterscheidet sich grundlegend von Fieber. Bei der Sauna handelt es sich um eine von außen aufgezwungene Temperaturerhöhung, weil die Regelmechanismen des Körpers überfordert sind. Der "Sollwert" für die Körperkerntemperatur, der im Zwischenhinrn festgelegt ist, bleibt unverändert. Insofern wird der Körper alle Mechanismen in Gang setzen, um die erhöhte Temperatur wieder los zu werden.
 
Beim krankheitsbedingten Fieber liegt dagegen eine Sollwertverstellung im Gehirn vor, die z.B. durch Bakterien oder deren Produkte - so genannte "Pyrogene" - verursacht wurde. In vielen Fällen stellt das eine sinnvolle Abwehrmaßnahme im Falle von Krankheiten dar, weil viele Krankheitserreger wärmeempfindlich sind und so leichter abgetötet werden können. Außerdem regt geringes Fieber die Abwehr an. Zu hohes Fieber kann aber das Herz und den Kreislauf überlasten.
 
Eine Überwärmung („Hyperthermie“) des Körpers wird heute bei unterschiedlichen Zielen auf verschiedene Weise erreicht. Im Rahmen der Vorsorge ist das Saunabaden sicher die am meisten verbreitete und praktizierte Methode. Ergänzt wird sie durch Infrarot A-Verfahren, in der Medizin außerdem durch Überwärmungsbäder und Elektrotherapieverfahren wie Kurzwelle, Mikrowelle oder Dezimeterwelle. Ähnlich wie beim Fieber ist die Wirkung der Hyperthermie von der Intensität abhängig. Milde Hyperthermiegrade, wie sie auch in der Sauna üblich sind, stimulieren das Immunsystem, hohe Hyperthermie-Grade dämpfen es und werden auch zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt.
 
Neben den schon beschriebenen prinzipiellen Unterschieden zwischen Hyperthermie und Fieber darf man nicht vergessen, dass viele Anwendungen mit Hyperthermie, insbesondere auch die Sauna, sich nicht auf die Wärmephase beschränken, sondern einen Wechselreiz darstellen. Kaltreize sind bei der Sauna unverzichtbar, im Interesse einer optimalen Wirkung sollen Wärmemaßnahmen immer mit einem Kaltreiz abgeschlossen werden. Bereits vor Jahrzehnten konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass ausschließliche Wärme-maßnahmen im Gegensatz zu einem Wechselreiz aus "warm" und "kalt" keine erwünschte, langfristig verbesserte Durchblutungsregulation der Haut zur Folge haben. Für den erwünschten Saunaeffekt kommt es also immer darauf an, die Sauna auch korrekt durchzuführen.
 
Fieber und Hyperthermie haben zwar in manchem vergleichbare Wirkungen, ihre Entstehung und die Reaktionen des Körpers darauf sind jedoch völlig unterschiedlich. Den Begriff des "künstlichen Fiebers" oder des "Heilfiebers" sollte man daher im Zusammenhang mit der Sauna nicht verwenden.
 
 
Privatdozent Dr. med. Rainer Brenke
Chefarzt Akut-Abteilung Naturheilverfahren
Hufeland-Klinik
Taunusallee 5
56130 Bad Ems
 

Warum schwitze ich schlecht?

Schwitzen hat im Sinne der Thermoregulation die Aufgabe, die Körpertemperaturen bei Wärmebedrängnis durch die Verdunstungskühle konstant zu halten oder zu senken. Schweiß verdunstet allerdings nur, wenn der Wasserdampfdruck der Luft geringer ist als der an der Hautoberfläche. Das ist im Saunaraum mit dem dort herrschenden trockenen Raumklima der Fall. Das Klima ist so trocken und heiß, dass der Schweiß, der sich zumeist kurz nach Betreten der Saunakabine auf der Haut ansammeln will, sofort verdunstet und unsichtbar bleibt. Dieses haben mehrere Tausend Teilnehmer der Saunameister-Lehrgänge in den vergangenen Jahrzehnten durch den zum praktischen Unterricht gehörenden Jod-Stärke-Test erfahren. Es kann also schon einige Minuten dauern, bis der Schweiß auf der Haut sichtbar ist. Die zunehmende Schweißproduktion während des Saunaraumaufenthaltes und die Anreicherung der der Haut anhaftenden Luftschicht mit Wasserdampf sind dafür dann verantwortlich. Generell ist zu beobachten, dass Männer oft stärker schwitzen als Frauen und Saunageübte mehr als Neulinge.
 
Die Schweißproduktion kann übrigens durch ein warmes Fußbad unmittelbar vor dem Saunagang angeregt werden. Außerdem empfiehlt es sich, den Saunaraum mit trockener Haut zu betreten, denn sonst würde das Duschwasser auf der Haut zunächst verdunsten und kühlen.
 
Eine falsche Schlussfolgerung ist es, wenn Badende meinen, in feuchteren Schwitzräumen wie dem Warmluftbad oder dem Dampfraum eher und stärker zu schwitzen. Bei den auf der Haut sichtbaren Wassertropfen handelt es sich um Kondenswasser aus der feuchten Raumluft.
 
Also: Am besten schwitzt man im Saunaraum und wenn man regelmäßig Sauna badet.
 
Rolf-A. Pieper
Geschäftsführer des Deutschen Sauna-Bundes
Kavalleriestr. 9
33602 Bielefeld
 

Mal müde – mal erfrischt! Warum wirkt die Sauna unterschiedlich auf den Wachheitsgrad?

Es wird allgemein gesagt, dass das Saunabaden müde macht und man danach gut schlafen kann. Einige Saunagänger beobachten bei sich aber eher das Gegenteil. Sie fühlen sich nach der Sauna sehr erfrischt und aktiv. Wie erklären sich diese unterschiedlichen Wirkungen?
 
Grundlage der Saunawirkungen ist bekanntlich die Anwendung relativ intensiver thermischer Wechselreize. Wärme und Kälte, die von außen auf den Menschen einwirken, führen einerseits zu Veränderungen verschiedener Organfunktionen wie zum Beispiel des Herz-Kreislaufsystems und beanspruchen damit das vegetative Nervensystem, welches unabhängig vom Zentralnervensystem für die Steuerung der Organfunktionen zuständig ist. Andererseits werden die Temperaturreize aber auch bewusst empfunden und gewinnen auf diese Art und Weise über das somatische, den Körper betreffende Nervensystem Einfluss auf Wachheit und Verhalten.
 
Die von der Körperoberfläche aufgenommenen Informationen über die einwirkenden Wärme- und Kältereize werden zur Verarbeitung verschiedenen Hirnarealen zugeleitet. Diese Hirnareale sind
- der so genannte sensorische Cortex, der für die bewusste Wahrnehmung von Reizen zuständig ist;
- das limbische System, welches mit der emotionalen Komponente der Reizwahrnehmung zu tun hat;
- der Hypothalamus, der für die vegetative Thermoregulation verantwortlich ist.
 
Daraus wird ersichtlich, dass von den thermischen Einflüssen während des Saunabadens komplexe Reaktionen im Organismus ausgelöst werden, wobei vor allem auf den verschiedenen Ebenen des Zentralnervensystems Verknüpfungen zwischen dem vegetativen und dem somatischen Nervensystem herausgestellt werden. Diese Verknüpfungen ermöglichen wechselseitige Beeinflussungen zwischen den Organfunktionen und den Funktionen des somatischen Nervensystems, zu denen auch der Wachheitszustand gehört.
 
In älteren Untersuchungen des bekannten Schweizer Rheumatologen Prof. Victor R. Ott wurde ermittelt, dass es während eines Saunaganges zu einer dreiphasigen Veränderung in der Aktivität des vegetativen Nervensystems kommt.
 
In der ersten Phase setzt mit dem Beginn des Wärmereizes eine so genannte trophotrope Reaktion ein. Sie ist gekennzeichnet durch eine Blutgefäßerweiterung in der Haut und den Atemwegen und durch den Beginn des Schwitzens. In dieser Phase überwiegt der Parasympathikus, jener Teil des vegetativen Nervensystems, der für die Steuerung der Organfunktionen unter Ruhebedingungen zuständig ist und Erholungs- sowie Regenerationsvorgänge stimuliert.
 
Mit der Zunahme der Überwärmung des Körperinneren, wird die Trophotropie durch eine ergotrope Phase abgelöst. Das bedeutet, dass der Sympathikus, der die Auseinandersetzung des Organismus mit Außenreizen ermöglicht, die Überhand gewinnt. Die Abkühlungen nach dem Aufenthalt im Saunaraum bedeuten für den Organismus eine plötzliche Auseinandersetzung mit einem neuen Außenreiz. Die ergotrope Phase wird dadurch verlängert oder sogar noch verstärkt.
 
Einige Zeit nach der Abkühlung setzt dann eine länger andauernde parasympathikotone Phase ein, durch die der eigentliche Erholungseffekt eines Saunabades erklärt wird.
 
Für die Beantwortung der Frage, warum die Sauna unterschiedlich auf die Wachheit wirkt, sind zwei Tatsachen von Bedeutung. Erstens erscheint es verständlich, dass ergotrope Phasen mit einer erhöhten Wachheit und trophotrope Phasen hingegen mit einer verminderten Wachheit einhergehen. Zweitens handelt es sich bei den beschriebenen Phasen des Saunabadeablaufes nicht um eine absolute Dominanz eines der beiden Systeme des vegetativen Nervensystems, sondern es werden immer beide Systeme aktiviert. Diese gemeinsame Stimulierung des Sympathikus und des Parasympathikus wird als amphotone Reaktion bezeichnet. In den ergotropen oder trophotropen Phasen dominiert dann das eine oder das andere System. Es kann daher vorkommen, dass bei einem Menschen während der Sauna eher der Sympathikus und bei einem anderen hingegen der Parasympathikus angeregt wird. Diese Annahme wird durch die Tatsache unterstützt, dass es in der Bevölkerung so genannte symathikotone und parasympathikotone Menschen gibt. Der Sympathikotone wird möglicherweise während und nach der Sauna eine stärkere und länger andauernde Aktivierung seines sympathischen Nervensystems und damit auch eine erhöhte Wachheit aufweisen. Beim Parasympathikoten ist das Gegenteil der Fall.
 
Außerdem ist nicht auszuschließen, dass die unterschiedliche Aktiviertheit nach der Sauna auf einer verschiedenen Saunadurchführung beruhen.
 
Letztlich ist noch zu beachten, dass der Einfluss von Hormonen beim Saunabaden individuelle Folgen aufweist, was ebenfalls die unterschiedliche Wachheit nach dem Saunabaden erklären könnte. In diesem Zusammenhang ist eine Studie von Dr. Rainer Brenke aus seiner Zeit an der Poliklinik für Physiotherapie der Berliner Humboldt Universität interessant. Nach den Ergebnissen könnte der Grund für Schlafstörungen nach dem Saunabaden eine Umkehrung des 24-Stunden-Rhythmus der Schlaf fördernden Substanz P nach der Sauna sein. Üblicherweise steigt die Konzentration dieser Substanz im Blut am Abend an. Bei einem späten Saunabesuch kommt es jedoch nach einem kurzen vorübergehenden Anstieg zu einem Abfall. Es ist allerdings nicht bekannt, ob bezüglich dieses Verhaltens der Substanz P nach der Sauna individuelle Unterschiede bestehen.
 
Für das unterschiedliche Wachheitsniveau nach dem Saunabaden kommen also mehrere Möglichkeiten in Frage.
 
Ao. Univ. Prof. Dr. med Wolfgang Marktl
Zentrum für Physiologie und Pathophysiologie, Medizinische Universität Wien, Österreich
 

Kann man im Saunaraum Kontaktlinsen tragen?

In Deutschland benötigt ungefähr die Hälfte der Bevölkerung eine Sehhilfe, um ausreichend scharf sehen zu können. Etwa 5 Prozent tragen zeitweise oder auch ausschließlich Kontaktlinsen. Dieser Anteil ist in den letzten 15 Jahren durch eine enorme Weiterentwicklung insbesondere auf dem Gebiet der Kontaktlinsenmaterialien ständig gestiegen. Die Kontaktlinse wird zu einer immer beliebter werdenden Alternative zur Brille.
 
Wünscht ein passionierter Saunagänger seine Kontaktlinsen auch beim Saunabaden zu tragen, ist folgendes zu berücksichtigen:
 
Durch die trocken-heiße Luft im Saunaraum kommt es zu einer deutlichen Erhöhung der Verdunstungsrate des Tränenfilms. Da die Kontaktlinse durch den Tränenfilm auf der Hornhaut „schwimmt“, kann ein Absinken des Tränenfilmvolumens zu Beschwerden führen. Das Beschwerdebild ist individuell sehr unterschiedlich. Es kann als Reiben, Drücken, Sandkorngefühl oder starkes Kratzen empfunden werden. Wenn der Saunagänger die Kontaktlinsen nicht herausnehmen will, kann das Tropfen von Tränenersatzflüssigkeiten Linderung bringen. Diese müssen wegen der häufig notwendigen Applikation konservierungsmittelfrei sein. Eine regelmäßige Nachbenetzung ist gegenüber einer Anwendung nach Bedarf vorzuziehen, da Missempfindungen vorbeugend verhindert werden können.
 
Das Schließen der Augen im Saunaraum verhindert zwar eine erhöhte Verdampfung des Tränenfilms, bewirkt aber eine verminderte Sauerstoffversorgung der Hornhaut. Die Sauerstoffversorgung erfolgt fast ausschließlich über den Luftsauerstoff. Er ist in der Tränenflüssigkeit gelöst und „ernährt“ auch unter der Kontaktlinse die Hornhaut. Sind die Augen geschlossen, sinkt die Sauerstoffversorgung rasch auf etwa ein Drittel des Wertes bei geöffneten Augen ab.
 
Allerdings sind in den letzten Jahren Kontaktlinsen aus Silikonmaterial entwickelt worden, die eine sehr hohe Sauerstoffdurchlässigkeit haben. In Kombination mit Materialien, die eine hohe Wasserbindung und damit „tränensparende“ Eigenschaft haben – sog. Hydrogele –, stehen heute Kontaktlinsen zur Verfügung, die auch unter den trocken-heißen Bedingungen der Sauna eine weitgehend optimale Versorgung der Hornhaut mit Tränenflüssigkeit und Sauerstoff gewährleisten. Im Gegensatz zur UV-Strahlung, die Kontaktlinsenmaterial völlig zerstören kann, gefährdet die trocken-heiße Saunaluft oder die hohe Wärmestrahlung von den Holzflächen und den Ofensteinen das Kontaktlinsenmaterial selbst nicht.
 
Glücklicherweise selten, aber umso gefährlicher ist eine Infektion des Auges, insbesondere der Hornhaut, beim Saunabaden. Das mögliche Erregerspektrum ist umfangreich und umfasst vor allem Bakterien und Pilze. Die Augen können in der Saunaanlage beim Duschen, beim Schlauchguss oder beim Abkühlen im Tauchbecken mit Krankheitserregern in Kontakt kommen. Eine der nach wie vor gefährlichsten Infektionen der Hornhaut ist diejenige mit Akanthamöben. Dauerhafte Sehverschlechterung durch Narbenbildung auf der Hornhaut bis zu einem infektiös bedingten Verlust der ganzen Sehkraft ist möglich. Gelangen nun potenzielle Erreger unter die Kontaktlinse und werden sie wegen des reduzierten Tränenfilms nicht ausreichend weggespült oder gelangen sie nach dem Saunabaden sogar noch in den Kontaktlinsenaufbewahrungsbehälter, ist eine Vermehrung innerhalb weniger Stunden möglich und es kann in diesen Fällen zu schweren Infektionen auf der Hornhaut kommen.
 
Eine sehr einfache Möglichkeit den unmittelbaren Kontakt zum Wasser zu vermeiden ist das Tragen einer Schwimmbrille. Der Kontaktlinsenträger in der Sauna sollte sie daher beim Duschen und auch beim Tauchbad aufsetzen.
 
Zusammenfassend ist aus medizinischer Sicht beim Saunabaden vom Tragen von Kontaktlinsen abzuraten. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die beschriebene Tränenfilmproblematik, die nicht nur zu einem eingeschränkten Tragekomfort der Kontaktlinse sondern auch zu einer Minderversorgung der Hornhaut mit Sauerstoff führen kann. Nicht zu unterschätzen ist auch das potenziell erhöhte Risiko einer Infektion des Auges beim Tragen von Kontaktlinsen. Die Kontaktlinsen sollten deshalb besser vor dem Saunabaden herausgenommen und nach Wiedererlangen der thermischen Homöostase des Körpers wieder eingesetzt werden.
 
Wird auf das Tragen der Kontaktlinsen aus medizinischer oder ästhetischer Sicht nicht verzichtet, ist der unmittelbare Kontakt der Augen mit Wasser zu meiden. Hierfür kann eine Schwimmbrille getragen werden. Am sichersten im Hinblick auf eine Infektionsgefahr ist das Tragen von weichen Einmallinsen. Diese werden nach dem Saunabaden durch neue, saubere ersetzt. Auch formstabile Kontaktlinsen zeigen seltener Ablagerungen von Erregern, führen jedoch bei vermindertem Tränenfilm rascher zu Missempfindungen. Kontaktlinsen mit einer verlängerten Tragezeit (weiche Wochen- oder Monatslinsen) bedürfen einer peniblen Hygiene mit Reinigung, Desinfektion und Verwendung sauberer Kontaktlinsenbehälter nach dem Saunabaden.
 
Beschwerden aufgrund des reduzierten Tränenfilms sollte der Saunagänger bereits vorbeugend durch die Applikation von konservierungsmittelfreien Tränenersatzpräparaten begegnen und/oder die Augen häufiger geschlossen halten.
 
Neu entwickeltes Kontaktlinsenmaterial mit vermehrter Sauerstoffdurchlässigkeit und Wasserbindung sowie modifizierten Oberflächen, welche eine Abnahme des Infektionsrisikos bewirken können, ermöglichen bei verantwortungsvollem Umgang das Tragen von Kontaktlinsen auch in der Sauna.
 
Augenärztin Jennifer Gramse
Klinik für Augenheilkunde des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg
Salvador-Allende-Straße 30
17036 Neubrandenburg
 

Hat Saunabaden Auswirkungen auf den Cholesterin-Haushalt?

Zur Beantwortung der Frage ist zunächst festzuhalten, das Cholesterin ein wichtiger Baustein im Organismus ist, der in vielen Strukturen so auch in der Zellwand vorkommt. Der Körper bildet zum Teil Cholesterin selbst oder es wird mit der Nahrung aufgenommen.
 
Die Cholesterinwerte im Blut ändern sich auch bei intensiverem Saunabaden nicht, was aber nicht soviel besagt, da diese Werte relativ „träge“ reagieren im Unterschied zum Blutzucker. Trotzdem hat das Saunabaden, wie Studien japanischer Autoren zeigen, durchaus positive Wirkungen auf Frühstadien der Arteriosklerose bei der bekanntlich das Cholesterin eine gravierende Rolle spielt. Das Frühstadium ist charakterisiert durch eine so genannte endotheliale Dysfunktion. Dies bedeutet, dass sich eine Schädigung der Innenhaut der Blutgefäße entwickelt hat, die mit einer erhöhten Durchlässigkeit einhergeht, was unter anderem zur Einlagerung von Cholesterin in die Wand der Blutgefäße führen kann. Als Ursache für die endotheliale Dysfunktion werden vor allem die bekannten Risikofaktoren wie zum Beispiel Übergewicht, Rauchen oder Diabetes verantwortlich gemacht. Man kann also aufgrund der japanischen Untersuchungen davon ausgehen, dass Saunabaden zwar nicht zu einer Cholesterinsenkung im Blut führt, aber dass in dem komplexen Geschehen der Arteriosklerose die endotheliale Dysfunktion positiv beeinflusst wird.
 
Prof. Dr. med. Eberhard Conradi ist Vorsitzender des Deutschen Sauna-Bundes und ehem. Direktor der Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation des Universitätsklinikums (Charité) der Berliner Humboldt Universität.

Saunabaden mit implantierten Defibrillator?

Die Implantation eines Herzschrittmachers oder eines Defibrillators wird in der Regel bei höhergradigen Herzrhythmusstörungen erforderlich. Abhängig von der Häufigkeit der Rhythmusstörungen, deren auslösenden Faktoren und zusätzlichen Problemen wie Lungen-, Stoffwechsel- und Gefäßerkrankungen etc. ist der Schweregrad der gesundheitlichen Störung und die noch verbliebene Restleistungsfähigkeit durch den behandelnden Arzt individuell abzuschätzen. Als Faustregel kann dabei gelten: Ist die Belastbarkeit des Patienten einem etwa 15 – 20minütigen Spaziergang am Stück entsprechend, so besteht im Allgemeinen eine ausreichende Saunabelastbarkeit bei vorschriftsmäßiger Nutzung des Mediums.
 
In einer im American Journal of Medicine 1999 (107:228-233) veröffentlichten Studie zum Saunabad und der dabei entstehenden Herzbelastung wurde an Patienten mit Durchblutungsstörungen am Herzen nachgewiesen, dass dem Saunabad gegenüber eine gute subjektive Verträglichkeit bestand. Es wurden keine Herzbeschwerden angegeben und keine Rhythmusstörungen beobachtet. Die Herzfrequenz nahm um etwa 30 Prozent zu und der Blutdruck senkte sich bei 15min. Hitzeexposititon (85-90° C) um etwa 13 Prozent. Bei der Beobachtung der Herzmuskeldurchblutung konnte allerdings eine verringerte Durchblutungsrate festgestellt werden, die jedoch keine Beschwerden verursachte.
 
Die Tatsache, dass die Hitzeexposititon beim Saunabaden eine gering einzustufende Herz- Kreislaufbelastung darstellt, wurde somit erneut bestätigt. Moderate Abkühlmaßnahmen (warmes Fußbad) haben außerdem in früheren Untersuchungen gezeigt, das sie in der Lage sind die geringen Veränderungen der Herzstromkurve (EKG) zur Norm zurückzuführen.
 
Die implantierten Hilfsmittel wie Herzschrittmacher oder Defibrillator, die unter die Brustmuskulatur gelegt werden und deren Sonden im Herzmuskel verankert sind, dienen zur Stabilisation der Herzfunktion in Belastungsmomenten im Alltag. Die Sauna stellt hierbei eine geringe Belastungsform dar, sofern auf radikale Temperaturwechsel (Hitzephase / Abkühlphase) verzichtet wird. Empfehlenswert ist eine moderate Abkühlung und der Verzicht auf zusätzliche Belastungen wie das Einwirken des hydrostatischen Druckes (plötzlicher Blutdruckanstieg) in Kaltwassertauchbädern.
 
Die Hitze der Umgebungsluft im Saunaraum stellt für die implantierten Geräte und Sonden keine Gefahr dar, da die hohen Temperaturen, aufgrund der durch den Schweiß verursachten Verdunstungskälte, reduziert werden (Hauttemperatur 40-42° C). Die Wärmeverteilung im Körper lässt die Geräte dann in einem Temperaturbereich von etwa 38° C liegen. An der Implantationsstelle kann durch Überlegen eines kleinen Tuches zusätzlich die Aufnahme von Strahlungswärme reduziert werden und somit subjektiv eine vielleicht befürchtete Gefahr zu hoher Wärmeentwicklung vermieden werden (Minderung v. Angstgefühlen).
 
Es kann also festgestellt werden, das die Implantation eines Herzschrittmachers / Defibrillators allein keine Kontraindikation für das Saunabaden darstellt. Entsprechend der allgemeinen Belastbarkeit sollte ein angepasstes Badeverhalten (Dauer der Hitzeexposition < 15 Min. / Sitz- bzw. Liegehöhe nach Befindlichkeit) erfolgen, welches die Baderegeln des Deutschen Sauna-Bundes und ein moderates Abkühlen ohne Tauchbadnutzung berücksichtigt.
 

Dr. med. Hans-Joachim Schmitt,
Arzt für physikalische Medizin und Dozent der Akademie für Aus- und Fortbildung im Badewesen des Deutschen Sauna-Bundes.
 

Richtig abkühlen mit dem Saunaguss nach Kneipp

Kaltwasseranwendungen sind ein wichtiger Bestandteil des Saunabadens. Das Wechselbad Sauna kombiniert kräftige Heiß- und Kaltreize und stellt auf diese Weise ein intensives Gefäßtraining dar, das  „abhärtend“ aber auch kreislaufanpassend, stoffwechselanregend und vegetativ stabilisierend wirkt. Nach dem ..... weiter

Kalte oder warme Dusche nach der Sauna?

Die Frage, ob ein Saunabad besser mit warmer Dusche abzuschließen ist anstatt der üblichen Luft- bzw. Kaltwasserabkühlung, kann nicht in einem Satz beantwortet werden.

Zunächst sei daran erinnert, dass die Sauna als trockenes Heißluftbad mit zwischengeschalteten Abkühlungsreizen definiert wird, d. h. zu einem richtigen Saunabad gehört immer die Abkühlung. In dieser Form hat das Saunabaden eine lange Tradition.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben in den letzten Jahren außerdem gezeigt, dass der Abkühlung eine größere Bedeutung zukommt als bisher angenommen wurde. Zunächst geht es darum, durch eine schnelle Abkühlung die in der Sauna in Gang gesetzten Entwärmungsmechanismen des Körpers zu unterbrechen. Damit soll einer möglichen Auskühlung entgegen gewirkt werden. Diese Maßnahme ist nicht nur notwendig, sondern auch erfrischend und angenehm.

Natürlich wird durch den Abkühlungsreiz auch dem Orthostaseeffekt vorgebeugt, dem Absacken des Blutvolumens beim Aufstehen in die untere Körperhälfte, der mit Unwohlsein verbunden ist.

Schon lange ist bekannt, dass durch die Wechselreize ein „Training“ der peripheren Blutgefäße stattfindet. Ein abgehärteter Körper reagiert auf Wärme- bzw. Kälteeinflüsse einfach schneller und besser. Diese Verbesserung der Reaktionsbereitschaft des Kreislaufs gegenüber Kälte ist ein wichtiger Faktor bei der sog. Abhärtung.

Neue Untersuchungen haben nun gezeigt, dass gerade die Abkühlungsmaßnahmen auch     bestimmte Mechanismen der Körperabwehr stimulieren. Wir kennen dies von der Kneipp´schen Kaltwassertherapie und vom Eisbaden im Winter. Es wäre also unter diesem Gesichtspunkt geradezu ein Fehler, wollte man auf die Abkühlung nach der Sauna verzichten. Nach allgemeiner Ansicht entspricht dies auch der Zielsetzung des Saunabadens, die neben Entspannung und Wohlbefinden auch auf Kreislauftraining und Abhärtung des Organismus ausgerichtet ist. Übrigens steht dem nicht entgegen, nach der Abkühlung warmes Fußbad zu nehmen. Man bezweckt damit eine reflektorische Wiedereröffnung der Blutgefäße der Haut, die dem Wärmeausgleich innerhalb des Körpers dienlich ist und das Wohlbefinden noch steigert.

Die hin und wieder vertretene Auffassung, dass man auf Abkühlung verzichten könne, beruht auf der Erfahrung, dass eine verlängerte „Warmhaltung“ zu besonders nachhaltiger Blutdrucksenkung führt, was aber eine Belastung von Herz und Kreislauf bedeutet. Auf jeden Fall wird  die Neigung zur Orthostasereaktion verstärkt  und  kann nicht nur zu Müdigkeit und Schwindel, sondern auch zum Kreislaufkollaps führen.

Die Behauptung, dass Kaltreize die Poren der Haut verschließen, ist eine sehr laienhafte Vorstellung. Nicht die Poren (das sind die Ausgänge der Schweißdrüsen in der Haut) werden verschlossen, sondern es verengen sich die im Dienst der Regulation des Wärmehaushaltes die weit gestellten Blutgefäße, was eine erwünschte Wirkung des Saunabadens ist.
 
Prof. Dr. med. Eberhard Conradi ist Vorsitzender des Deutschen Sauna-Bundes und ehem. Direktor der Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation des Universitätsklinikums (Charité) der Berliner Humboldt Universität.

Wo lasse ich meine Badesandalen während eines Saunaganges?

Im Saunabetrieb kommen immer wieder Dis­kussionen auf, ob die Bade­schuhe vor der Saunatür ab­gestellt werden müssen oder ob sie in den Saunaraum mitgenommen werden kön­nen.

Gäste sollten in einer Saunaanlage aus physiologi­schen und hygienischen Grün­den immer Badesandalen tragen. Einerseits erhalten sie die Fußwärme, andererseits verhin­dern sie den Kontakt der Füße mit dem Fußboden und schützen sie so vor Bakterien und Pilzen.
Die Gewohnheit, die Ba­desandalen im Saunaraum bis kurz vor Besteigen der Sauna­bank anzubehalten, ist ebenso häufig anzutreffen wie der Brauch, sie vor der Saunatür ab­zustellen. Da es sich in beiden Fällen um eingefahrene Ge­wohnheiten oder Empfehlungen des Badbetreibers handelt, zeigt sich manchmal in der einen Gruppe eine gewisse Intoleranz gegenü­ber dem Verhalten der anderen und umgekehrt. In manchen Bä­dern sind allerdings auch beide Gewohnheiten üblich.
Grundsätzlich sollte jedoch die gute Stimmung der Sauna­gäste, die sich beim Saunabaden durch die psychische Entspan­nung und durch die Wirkungen von Wärme und Frische auf das vegetative Nervensystem ein­stellt, nicht durch einen „Bade­sandalenstreit" beeinträchtigt werden. Zu den unterschiedli­chen Argumenten des Für und Wider kann allerdings folgendes ausgeführt werden:

Badesandalen vor dem Sauna­raum

Es wird von den Befürwor­tern dieser Praxis angeführt, dass die Badesandalen unange­nehm riechen können, wenn sie mit in den Saunaraum genom­men werden. Nach Auskunft deutscher Kunststoffhersteller kann sich tatsächlich bei neu ge­kauften Kunststoffbadesanda­len der „Weichmacher" aus dem Material verflüchtigen. Da­durch kann es zu Gerüchen kommen. Die austretenden Ga­se sollen gesundheitlich unbe­denklich sein. Nach weiterem Gebrauch der Badesandalen tritt diese Ausdünstung bei guter Qualität nicht mehr auf. Allerdings sind auch billige Badesandalen aus dem fernöstli­chen Raum bei uns zu kaufen, die einen unangenehmen Geruch verbreiten - auch wenn sie nicht in den Saunaraum mit­genommen werden. Badesandalen vor den Bän­ken im Saunaraum werden zudem als Unfallrisiko für von den Bänken herabsteigende Gäste angese­hen, zumal viele Saunaräume nur gedämpft beleuchtet sind.

Badesandalen im Saunaraum
Die Vertreter dieser Ge­wohnheit weisen auf das hygie­nische Risiko des barfüßigen Betretens des Saunaraumes hin. Sicher bekommt jemand, der „die letzten zwei bis drei Meter" barfuss in den Saunaraum geht, ein paar Keime an die Füße, wie er sie auch vom Holz der unter­sten Bank beim Hochsteigen aufnehmen wird. Bei einer ge­pflegten Fußhaut hat dieses aber kaum Folgen. Das liegt daran, dass die Besied­lung der Oberflächen mit Bakte­rien und Pilzen durch die Grundreinigung des Raumes und seine Desinfektion zu­nächst verringert ist, wenn sie auch im Laufe der Betriebszeit durch den Gebrauch des Sauna­raumes wieder zunimmt. Aller­dings sind nur wenige der vielen Keime, die uns täglich über­all umgeben, krankmachend. Außerdem ist das Ausmaß der Kontamination im Saunabad abhängig vom Verhalten der Saunagäste. Vollständige und gründliche Reinigung (beson­ders Anal-Genital-Bereich und Füße) ist deshalb zwingend not­wendig.

Zum Argument der Ver­schmutzung des Saunaraumes durch das Begehen mit Badesan­dalen ist festzustellen, dass ge­pflegte Badesandalen in der Re­gel nicht „schmutziger" und , nicht nasser als gepflegte Füße sind. Schließlich sollen die Saunabadesandalen nur für den Aufenthalt in Saunabädern ge­nutzt werden.

Angeführt wird weiterhin, dass beim Betreten des Saunaraumes ohne Badesan­dalen eine erhebliche Rutschgefahr be­steht. Diese Befürchtung ist nur dann an­gebracht, wenn die keramischen Boden­beläge nicht der empfohlenen Rutschhem­mung entsprechen oder wenn keine Kunststoffmatten ausgelegt worden sind.

Aus dem Austausch der Argumente lässt sich kein stichhalti­ger Grund für nur eine bestimmte Verhal­tensweise herauslesen. Dennoch hat der Deutsche Sauna-Bund in der von ihm herausgegebenen Badordnung festgelegt, dass die Badesandalen vor der Saunatür abgestellt werden sollen. Der Grund liegt im Vorteil einer einheitlichen Verhaltensweise der Badegäste.
 
Rolf-A. Pieper
Geschäftsführer des Deutschen Sauna-Bundes e.V.
Kavalleriestr. 9
33602 Bielefeld

Wann sollte man den Durst in der Sauna löschen?

Die Empfehlung des Deutschen Sauna-Bundes, das Trinken möglichst bis nach dem letzten Saunagang zu verschieben, geht auf  die Vorstellung aus der Volksmedizin zurück, dass kräftiges Schwitzen zu einer Entschlackung des Körpers führt. Mit dem Schweiß, so meint man, werden Stoffwechselendprodukte, Gifte usw. ausgeschieden und so der Stoffwechsel entlastet.

Zur Erklärung muss man den Elektrolyt- und Wasserhaushaltes betrachten, um den Prozess des Schwitzens und der damit verbundenen Folgen für den Wasserhaushalt zu verstehen. Bekanntlich werden im Organismus bestimmte Funktionsgrößen in gewissen Grenzen konstant gehalten; so auch die Konzentration der im Blut gelösten Elektrolyte. Man bezeichnet dies als Homöostase. Dazu gehört übrigens auch die Körpertemperatur. Um  sie konstant auf einen Wert um 36,5°C zu halten, leitet der Organismus mit Betreten des Saunaraumes das Schwitzen ein. Schwitzen dient also in erster Linie der Konstanthaltung der Kerntemperatur.

Für die Regulation des Elektrolyt- und Wasserhaushaltes ist unter anderem ein Hormon des Zwischenhirns beziehungsweise der Hypophyse, das Adiuretin, auch antidiuretisches  Hormon  genannt, verantwortlich. Es wird ausgeschüttet, wenn im Blut die Konzentration der Elektrolyte anzusteigen beginnt. Seine Aufgabe ist die Einschränkung der Wasserausscheidung über die Nieren. Damit wird einem Konzentrationsanstieg im Blut entgegengewirkt, der bei sehr starkem Schwitzen eintreten könnte.

Abgesehen von dieser hormonal gesteuerten Regulation des Wasserhaushaltes
erfolgt bei vermehrtem Schwitzen ein verstärkter Abstrom von Gewebsflüssigkeit aus dem Zwischenzellbereich (Interzellularraum) in die Blutbahn, um einen Anstieg der Elektrolytkonzentration zu verhindern. Dieser erhöhte Flüssigkeitsstrom in das Blut ist die Grundvoraussetzung zu der in der Volksmedizin vertretenen Annahme einer Entschlackung durch  Schwitzen. Dabei sollen die in der Gewebsflüssigkeit gelösten Stoffwechselendprodukte wie unter anderem Harnstoff,  die man als „Schlacken“ bezeichnet, vermehrt in den Blutkreislauf gespült und auf diese Weise den Nieren zur Ausscheidung zugeführt werden. Ein reichliches Trinken vor der Saunanutzung würde diesen „Spüleffekt“ verhindern, da im Blut ausreichend Wasser für die Schweißbildung vorhanden wäre. Auch über die Schweißdrüsen werden, wenn auch nur in geringem Maße, Stoffwechselendprodukte und sogar Schwermetalle  ausgeschieden.
Bei realer Einschätzung der mit dem Schweiß bei drei Saunagängen abgegebenen Flüssigkeitsmenge von einem halben bis einem Liter besteht für den Gesunden keine Gefahr, der man durch ein reichliches Trinken vorbeugen  müsste. Als Ausnahme gelten Nierenkranke und Patienten mit Nierensteinen. Man macht also nichts falsch, wenn man mit dem Trinken bis nach dem Saunabad wartet. Im Gegenteil, dem Gewebe wird kurzzeitig Flüssigkeit entzogen, die nach der Sauna durch Trinken wieder ersetzt wird. Auf diese Weise wird das Gewebe durchspült.

Zusammengefasst: Das Schwitzen in der Sauna und der damit verbundene Wasserverlust spielen sich in einem ungefährlichen Bereich ab und bedürfen keiner vorhergehenden besonderen Flüssigkeitsaufnahme. Der durch das Schwitzen angeregte Flüssigkeitsstrom ist erwünscht und kann durch Trinken nach dem Saunabaden ohne Problem ausgeglichen werden. Dabei werden in geringem Maß auch „Schlacken“ aus dem Gewebe gespült.  Durch Schwitzen in der Sauna werden wichtige physiologische Umstellungen im Körper aktiviert, die unter den Lebensbedingungen unserer Zivilisationsgesellschaft nur selten trainiert werden. Also beim Saunabaden den Durst erst hinterher löschen!
 
Prof. Dr. med. Eberhard Conradi ist Vorsitzender des Deutschen Sauna-Bundes und ehem. Direktor der Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation des Universitätsklinikums (Charité) der Berliner Humboldt Universität.

Warum muss ich in die Sauna nackt gehen?

In Finnland, dem Mutterland der Sauna, schwitzen Männer und Frauen außerhalb des Familienverbundes nach Geschlechtern getrennt. In Deutschland wird in vielen öffentlichen Bädern gemeinschaftlich Sauna gebadet. Viele Bäder bieten aber auch separate Frauen- und Männerbadezeiten an. Generell wird nackt gebadet, und das aus funktionalen Gründen: die Wärmestrahlung in der Saunakabine soll die Haut ungehindert erreichen und die Schweißverdunstung soll nicht beeinträchtigt werden. Zudem ist es weder angenehm noch hygienisch, in einem Badeanzug zu schwitzen, der möglicherweise auch noch aus synthetischen Materialien hergestellt ist. Allerdings gilt auch hier: Andere Länder, andere Sitten. Wer beispielsweise in den USA oder Australien Saunabaden möchte, sollte Badebekleidung mitnehmen, wenn er bestehende Tabus nicht verletzen will. Am besten informieren Sie sich bei einem Auslandsbesuch über die bestehenden Sitten und Gebräuche in dem jeweiligen Land.

Gesundheitliche Risiken bei Saunaaufgüssen?

Immer wieder werden bei regelmäßiger Anwendung von Saunaaufgüssen mit Duftstoffen gesundheitliche Risiken für die Saunagäste und das Personal diskutiert. Vereinzelt wird sogar behauptet, dass durch die Anwendung eines Saunaaufgusses mit Zusätzen das „Multiple-Chemical-Sensitivity-Syndrom“ ausgelöst werden könne. Wissenschaftlich abgesicherte Daten hierzu existieren meines Wissens allerdings nicht. Auch lassen sich gelegentliche Saunaaufgüsse keinesfalls mit einer mittlerweile in vielen Lebensbereichen (z.B. Kaufhäuser) anzutreffenden „Dauer-Raumbeduftung“ gleich setzen. Dort wird der Mensch permanent allen möglichen, meist synthetischen, Riechstoffen ausgesetzt.

Insgesamt sieht die Datenlage bezüglich der Inhalationstoxizität von Saunaaufgüssen sehr dürftig aus. Warum ist das so?

Wahrscheinlich weil bisher niemand ein Gefährdungspotential ernsthaft in Erwägung gezogen hat. Sieht man sich allerdings die Zusammensetzung einiger Aufgussmittel genauer an, wobei eben dies durch lückenhafte Deklaration der Inhaltsstoffe für den nicht analytisch gebildeten Laien praktisch unmöglich ist, so fallen einige Stoffe auf, bei denen man unsicher werden könnte. Künstliche Riechstoffe, Geruchsverstärker, Moschus-Verbindungen, Emulgatoren usw. sind oft enthalten.

Zum Teil sind diese Stoffe erforderlich, um einen bestimmten, erlernten Geruchseindruck zu erzeugen und diesen im Saunaraum beim Aufguss überhaupt wahrnehmbar zu machen. Natürliche Riechstoffe sind oft zu wenig intensiv und würden den gewünschten Riecheffekt nicht einmal annähernd erzeugen. Also muss in solchen Fällen (wie intensiv riecht denn ein grüner Apfel?) der Natur nachgeholfen werden.

Der Trend zu immer exotischeren Düften, die lagerungsstabil, hitzeresistent und dazu noch billig sein müssen, lässt immer neue und teils auch fragwürdige Kompositionen auf dem Markt auftauchen. Diese haben dann allerdings mit den früher fast ausschließlich verwendeten und meist aus reinen ätherischen Ölen bestehenden Produkten nichts mehr gemein.

Bereits vor 5000 Jahren wurden wohlriechende Hölzer und Baumharze (Weihrauch) verbrannt und dadurch ein Wohlgefühl erzeugt oder sogar der Heilungsprozess beschleunigt. Die Ägypter verwendeten schon vor über 3500 Jahren reine ätherische Öle und Zubereitungen daraus für Heilmittel und nutzten die antiseptische Wirkung zumindest indirekt bei der Einbalsamierung ihrer Verstorbenen. Öle natürlichen Ursprungs werden darüber hinaus seit vielen Jahrhunderten therapeutisch eingesetzt, insbesondere bei Atemwegserkrankungen und zur Behandlung von Verdauungsstörungen.

Aus dieser Erfahrung heraus ist es sicher gestattet, von einer sehr hohen Anwendungssicherheit solcher ätherischer Öle – auch in Form von Saunaaufgüssen – auszugehen. Letztlich werden in der Sauna auch nur die Stoffe freigesetzt, die man beim Herbstspaziergang durch einen dichten Tannenwald einatmet oder die bei der Wasserdampfinhalation von Kamillenblüten Entzündungen lindern sollen.
 
Durch die überlegte Auswahl ausschließlich solcher Saunaaufgussmittel, die einem optimalen Qualitätsanspruch genügen, kann gesundheitlichen Problemen wirksam vorgebeugt werden. Ein geringfügig höherer Preis hierfür und ein etwas kleineres Duftsortiment, in dem manche Trenddüfte eben fehlen, sollten leicht in Kauf genommen werden können.
 
Fachapotheker für Pharmazeutische Technologie Dr. rer. nat. Martin Braun, Karlsruhe

Entschlackungseffekt durch das Saunabaden?

Hat Saunabaden einen Entschlackungseffekt? Zunächst eine Begriffserklärung. Als Schlacke bezeichnet man nicht verbrennbare und damit nicht mehr verwertbare Restsubstanzen. Eigentlich ein Ausdruck aus der Industrie, der jedoch von Laien vielfach auch auf den menschlichen Organismus bezogen wir. Im speziellen handelt es sich um Stoffwechselendprodukte wie u. A. Harnstoff, Harnsäure und Kreatinin. Sie sind Endprodukte des Eiweißstoffwechsels,  die auch als harnpflichtige Stoffe bezeichnet werden, womit gemeint ist, dass sie im Wesentlichen über die Nieren ausgeschieden werden. Eine Einschränkung der Sekretionsleistung der Nieren führt notwendigerweise zu einem Austrag der harnpflichtigen Substanzen im Blut. Einen Einblick in den Umfang des Eiweißstoffwechsels gibt die Menge Harnstoff, die pro Tag anfällt; in Abhängigkeit vom Eiweißgehalt der Nahrung werden ca. 20 g Harnstoff ausgeschieden. Nur ein kleiner Teil des Harnstoffs kann mit dem Schweiß abgegeben werden. Diese Menge liegt bei 1 g pro Tag.

Leider gibt es nur wenige und meist ältere Untersuchungen zur Frage ob Harnstoffausscheidung durch die gesteigerte Schweißabgabe in der Sauna erhöht werden kann, also ob eine Kompensation einer eingeschränkten Nierensekretion möglich ist. Sicher scheint zu sein, dass mit dem vermehrten Schweiß auch etwas mehr Harnstoff und Kreatinin ausgeschieden wird. Man muß aber bedenken, dass bei Produktion größerer Schweißmengen die Konzentration der Stoffe im Schweiß geringer wird. Eine ältere Untersuchung konnte zeigen, dass bis zu 4 g Harnstoff beim Nierenkranken gemessen wurden. Das reicht auf jeden Fall nicht aus, eine reduzierte Nierenfunktion zu kompensieren, wohl aber diese zu unterstüzten. Die moderne Medizin hat durch Entwicklung der künstlichen Niere oder durch die Nierentransplantation die Möglichkeit gefunden diesen Patienten zu helfen.

Noch bedeutsamer ist aber eine andere Wirkung des regelmäßigen Saunabadens. So kommt es auch bei Patienten mit sog. Nierenhochdruck zur Senkung des Blutdrucks. Hierzu liegen Untersuchungen an der Berliner Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation (Charité) vor. Sicher sollten  Nierenkranke vorher ihren Arzt darüber konsultieren. Wesentlich ist, dass nach der Sauna oder ausnahmsweise zwischen den Saunagängen ausreichend getrunken wird.

Fazit
nach ärztlicher Beratung können Nierenkranke im kompensierten Zustand also mit eingeschränkter aber noch ausreichender Nierenfunktion in die Sauna. Der Vorteil liegt weniger in der Tatsache, dass vermehrt Schlacken ausgeschieden werden und damit die Arbeit der Nieren unterstützt wird als in der deutlichen Senkung eines erhöhten Blutdruckes.

Prof. Dr. med. Eberhard Conradi
ehem. Direktor der Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation des Universitätsklinikums (Charité) der Berliner Humboldt Universität.

Öffnen sich die Hautporen durch Saunabaden?

Über die Poren der Haut hat wohl jeder eine Vorstellung – meist ist sie aber nicht sehr präzise. Landläufig werden darunter Öffnungen in der Hautoberfläche verstanden, denen verschiedene Funktionen zugeschrieben werden. Mancher nimmt an, dass die Haut über die Poren atmet, was medizinisch aber nicht nachvollziehbar ist. Man hört auch, dass sich Poren in Wärme öffnen und bei Kälte verschließen können. So wenden Kosmetikerinnen heiße Kompressen an, um die Poren der Haut zu öffnen. Daher ist die Frage verständlich, ob sich Poren in der Saunawärme erweitern. Was ist an diesen Vorstellungen nun medizinisch wirklich nachvollziehbar?

Zunächst ist festzustellen, dass man zwei Arten von Poren in der Haut unterscheiden kann. Zum einen haben wir es mit den relativ kleinen, mit bloßem Auge nicht zu erkennenden Ausführungsgängen der über 2 Millionen Schweißdrüsen zu tun. Diese werden im Dienste des Wärmehaushaltes in der Saunawärme aktiviert. Dabei wird über die Ausführungsgänge vermehrt Schweiß ausgeschieden. Zu einer aktiven oder passiven Erweiterung der Ausführungsgänge kommt es jedoch nicht, da dafür die notwendigen Strukturen wie Muskelfasern fehlen. Voraussetzung für die vermehrte Schweißsekretion ist die Durchblutungssteigerung der Haut in Wärme.

Eine andere, allerdings mit bloßem Auge sichtbare Art von Poren sind die Ausführungsgänge der Talgdrüsen. Diese münden in der Regel in einen Haarfollikel. Es gibt aber auch reine Talgdrüsenfollikel. Anlagebedingt sind die Talgdrüsen mehr oder weniger stark ausgebildet, was im ersten Fall verantwortlich für ein großporiges Aussehen der Haut ist und außerdem mit dem Hauttyp zusammenhängt (Veranlagung zu viel oder wenig Talgproduktion und damit zu fettiger oder trockener Haut). Kommt es zu einer Verengung der Ausführungsöffnung infolge einer Verhornungsstörung, bilden sich die bekannten „Mitesser“ (sog. Komedonen). Bei ihrem gehäuften Auftreten besonders in der Pubertät  hat man es mit dem Bild der Akne zu tun, besonders, wenn es zu einer Entzündung mit roten Knötchen und Pusteln gekommen ist.

An den Ausführungsgängen der Talgdrüsen gibt es ebenfalls keine Struktur, die einem Schließmuskel ähnlich wäre. Allerdings gibt es im Bereich des Haarbalgs einen kleinen Muskel, der das Haar bei Kälte aufrichtet. In unserer stammesgeschichtlichen Entwicklung hatte dies den Sinn, das Fell aufzubauschen und damit die Isolation gegen Kälte zu verbessern. Gleichzeitig wird die Talgdrüse dabei entleert, um die Haut zu fetten und das Frieren dadurch zu verringern. Beim Menschen hat dies wegen des nur rudimentär ausgebildeten Haarkleides kaum noch eine praktische Bedeutung. Sichtbar ist aber immer noch die damit verbundene „Gänsehaut“. Es ist denkbar, dass sich dabei – also in Kälte – auch die Poren verengen.

In Wärme dagegen wird der Talg in den Ausführungsgängen erweicht und damit seine Absonderung gefördert. Dies ist mit ein Grund für eine Saunaempfehlung bei Neigung zur Akne. Der Talg wird im Schweiß emulgiert. „Erweitert“ werden die Poren dabei aber nicht.

Priv.-Doz. Dr. med.  Angelika Brenke, Hautärztin
Priv.-Doz. Dr. med. Rainer Brenke, Internist und Facharzt f. Phys. Medizin
Akutabteilung  für Naturheilverfahren
Hufeland-Klinik Bad Ems

Ist die heiße Saunaluft für die Atemwege schädlich?

Die im heißen Saunaraum eingeatmete Luft hat je nach Körper­haltung und Wahl der Saunabank eine Temperatur zwischen 70 und 90 Grad. Da ist die Frage von manchem Saunaanfänger schon berechtigt, ob so heiße Luft nicht den Atemwegen scha­den könne, auch wenn er nicht gleich an Siegfried Lenz denkt, der in seiner Erzählung über die Erstbekanntschaft mit dem finni­schen Heißluftbad zu verspüren meinte, man habe ihm beim Be­treten der Sauna „einen glühenden Pfahl in die Luftröhre ge­stoßen". Wenn die Luftfeuchtigkeit in der Kabine nicht viel zu hoch ist, ist die Wirkung auf die Atemwege nicht so dramatisch. Außerdem kommt unser Körper mit solchen Bedingungen gut zurecht.

Die Atemwege des Menschen verlaufen von der Nase über den Rachen in die Luftröhre, die sich in die Hauptbron­chien der rechten und lin­ken Lungenhälfte aufteilt. Ähnlich einem Baum ver­zweigen sie sich dort in immer kleiner werdende Äste, Bronchiolen genannt, bis hin zu den Al­veolen, die als luftgefüllte Bläschen dem Blattwerk entsprechen. In den dün­nen Wänden der Alveolen findet dann schließlich der lebenssichernde Gasaustausch von Sauerstoff gegen Kohlendioxyd mit dem Blut statt.

Sowohl bei kalter als auch bei warmer Außenluft hat der Körper nun das Be­streben, die eingeatmete Luft seiner Innentempera­tur anzupassen. Dabei haben die Schleimhäute der Atemwege, die reich mit Drüsen und Blutge­fäßen versehen sind, eine große Bedeutung. Die an der Schleimhaut vorbei­ streichende Luft wird durch das wasserhaltige Sekret der Drüsen an­gefeuchtet und durch das dichte Blutgefäßnetz auf Körperinnentemperatur angewärmt oder abgekühlt. Dies geschieht ebenfalls beim Einatmen der heißen Saunaluft. Die Durchblu­tung der Schleimhäute ist dabei bis zum Siebenfa­chen gegenüber dem Zustand bei normal tempe­rierter Luft gesteigert, und die aufgenommene Wär­me kann so wirkungsvoll in das „kühlere" Körper­innere abgeführt werden. Solch ein Wärmetransport geschieht bekanntlich auch im ganzen Haut­organ, und als Folge davon steigt die Temperatur im Inneren des Körpers um 0,5 bis 1 °C an, was als leichte Hyperthermie (Überwärmung) anzuse­hen ist.

Außerdem konnte bei Untersuchungen in der Tschechoslowakei experi­mentell nachgewiesen werden, dass im Sauna­raum die Schleimabson­derung in der Nasenhöhle deutlich vermehrt ist. Und dies geschieht sowohl bei Atmung durch die Nase als auch durch den Mund. Der manchmal zu hören­den, pauschalen Behaup­tung, in der Sauna würden die Atemwege austrock­nen, steht dieses Ergebnis klar gegenüber. Aufgrund der hervorragenden An­passungsleistungen unse­res Körpers braucht also niemand zu befürchten, die heiße Saunaluft könne ihm beim Einatmen scha­den. Dies gilt im übrigen auch für den Wechsel zur Abkühlphase mit manch­mal recht frostiger Luft.

Im Gegenteil zu etwaigen Bedenken ist es sogar so, dass die thermischen Reize auf die Schleimhäute die Abwehrmöglichkeiten un­seres Körpers bei Infektio­nen der oberen Atemwe­ge verbessern. Bei einer Auswertung des erwähn­ten tschechoslowakischen Versuches wurde nämlich ermittelt, dass mit der ver­stärkten Schleimabsonde­rung ein bedeutsamer An­stieg von Abwehrstoffen (Immunglobin-A) verbun­den ist. Das Resultat wurde von den Wissen­schaftlern als Grund für die Tatsache angesehen, dass saunabadende Per­sonen sich als wider­standsfähiger gegen Atemwegsinfekte erwei­sen. Hinzugefügt wird von Sauna-Experten, dass die Blutgefäße in den Atemwegsschleimhäuten auf­grund der wechselnden Temperatureinflüsse des Bades anpassungsfähiger im Sinne von Abhärtung werden.

Saunabäder bei Erkrankungen der Atemwege
Die nachweisliche Vermin­derung der Anfälligkeit für Infekte ist der Haupt­grund, warum Menschen regelmäßige Saunabäder empfohlen werden, die an chronischer Bronchitis, Asthma und Neigung zu wiederkehrenden Bronchi­alkatarrhen leiden. In etlichen Sanatorien und Krankenhäusern wurde die Sauna deshalb in das therapeutische Programm mit aufgenommen. Darüber hinaus trägt die Wärme der Saunaluft zur Entspannung der Bronchialmuskulatur bei und übt so eine krampflösen­de Wirkung auf die Atem­wege aus. Sogar eine dauernde Verbesserung der Atmung bei Asthmati­kern konnte bei der therapeutischen Anwendung der Sauna beobachtet werden. Bei den vielen tausend Saunabädern von Asthmapatienten unter ärztlicher Betreuung wird in der vorliegenden Litera­tur nicht davon berichtet, dass ein Patient einen An­fall bekommen hätte. An­dererseits soll nach einem Asthmaanfall einige Tage bis zum nächsten Sauna­bad gewartet werden.

Auf einen weiteren Aspekt von Saunabädern im Rah­men einer Asthmatherapie macht der langjährige ärztliche Direktor eines Kinderkrankenhauses auf der Nordseeinsel Norder­ney, Prof. Dr. Wolfgang Menger, aufmerksam, der mehr als zehntausend Saunabäder von asthma­kranken Kindern ärztlich überwachte: „Darüber hin­aus ist der Einfluss auf die Psyche hoch einzuschät­zen. In ihrer Vorstellung ist es etwas Besonderes, wenn man an einem Saunabad teilnehmen kann. Sie haben damit eine Bewährungsprobe erfolgreich bestanden und fühlen sich bestärkt. Ge­sundheitspflege und Ge­sundheitserziehung ge­winnen zunehmend an Bedeutung. So sollen un­sere Kinder mit Asthma bronchiale, wie auch mit endogenen Ekzemen, die Überzeugung gewinnen, dass sie für ihre Gesund­heit selbst einen Beitrag leisten müssen". (Sauna & Freizeit 2/86)

Bei der starken Erwär­mung der Atemwege ist es natürlich wichtig, in der zweiten Phase eines Saunabades einen Aus­gleich zu schaffen. Des­halb soll man auch gleich nach Verlassen der Saun­akabine den Freiluftbe­reich aufsuchen. Trotz der Durchblutungssteigerung um das Siebenfache er­wärmen sich die Schleim­häute besonders im vor­deren Atemwegsbereich auf über 40'C. An der frischen Luft kühlen sich die Schleimhäute jedoch schnell wieder ab.

Tabakverzicht bei Saunagängen
Abschließend soll noch ein Hinweis an die Rau­cher unter den Sauna­freunden erfolgen, der ebenfalls mit der starken Durchblutung der Atem­wege zusammenhängt. In den vorderen Abschnitten der Atemwege wird die heiße Luft sicher nicht ganz auf die Körperkerntemperatur zurückgekühlt werden können. Die Folge davon ist eine Temperaturzunahme der Ober­flächen der Lungen, ver­bunden mit einer starken Steigerung der kapillaren Durchblutung. Es muss also damit gerechnet wer­den, dass beim Inhalieren von Tabakrauch mehr to­xische Stoffe und Verbren­nungsprodukte von den Schleimhäuten bis zu den Oberflächen der Lungen­bläschen aufgenommen werden. Raucher sollten deshalb nicht zwischen den Saunagängen zur Zi­garette greifen und mög­lichst auch nach Abschluss des Bades noch einige Zeit mit dem Tabakkon­sum aussetzen.
 
Rolf-A. Pieper
Geschäftsführer des Deutschen Sauna-Bundes e.V.
Kavalleriestr. 9
33602 Bielefeld

Kältegefühl nach dem Saunabesuch

Manche Saunagänger verspüren etwa eine bis eineinhalb Stunden nach Beendigung des Saunabadens ein Kältegefühl und haben eine kalte Haut. Ein abschließendes Fußwärmbad ändert daran nichts.

Um die Entstehung des Kältegefühls erklären zu können, müssen einige Bedingungen der Temperaturregulationsmechanismen des menschlichen Organismus betrachtet werden. Die Temperaturempfindung eines Menschen wird über so genannte Thermosensoren vermittelt. Das sind Temperaturfühler, die sich in der Haut, aber auch an verschiedenen Stellen des Körperinneren befinden. Diese Temperaturfühler messen die in ihrer unmittelbaren Umgebung vorhandene Temperatur und leiten diese Information an bestimmte Strukturen im Gehirn weiter. Von dort aus werden dann Regulationsmechanismen in Gang gesetzt, aber auch die bewusste und subjektive Temperaturempfindung entsteht dort.

Für die beschriebene Kälteempfindung könnten einerseits Veränderungen der Hauttemperatur verantwortlich sein, es könnte sich aber andererseits auch um eine Veränderung der subjektiven Temperaturempfindung handeln. Für die erstgenannte Erklärung würde das in der Anfrage beschriebene Kältegefühl in der Haut sprechen. Dieses Kältegefühl kann ein subjektives Empfinden sein oder es kann sich um eine objektiv messbare Abnahme der Hauttemperatur handeln.

Die letzte Annahme kann dadurch geklärt werden, dass die Hauttemperatur mit Hilfe eines geeigneten Oberflächenthermometers unter vergleichbaren thermischen Umweltbedingungen  vor dem Saunabesuch und dann zu jenem Zeitpunkt gemessen wird, an dem das Kältegefühl auftritt. Sollte die Hauttemperatur dann wirklich niedriger sein, so käme als Ursache dafür in Betracht, dass das, nach jeder Wärmebelastung bei der nachfolgenden Abkühlung auftretende Zusammenziehen der Blutgefässe in der Haut bei der anfragenden Person kräftiger ausfällt als dies bei anderen Menschen der Fall ist. Dadurch gelangt weniger warmes Blut in die oberflächlichen Hautschichten und diese Regionen kühlen stärker ab. Dies wird von den Kaltfühlern in der Haut registriert und führt dann zu der beschriebenen Kaltempfindung.

Letztlich sollte aber nicht vergessen werden, dass die Temperaturempfindung eines Menschen eine nicht unbeträchtliche subjektive Komponente enthält. Die beschriebene Kaltempfindung könnte daher auch damit im Zusammenhang stehen, dass die normale Umgebungstemperatur nach dem Wärmereiz als kälter empfunden wird als vorher. Dieses ist dann auf die geänderte Verarbeitung der Temperaturreize im Gehirn zurückzuführen.

Ao.Univ.Prof.Dr.W.Marktl
Zentrum für Physiologie und Pathophysiologie
Medizinische Univ.Wien
Schwarzspanierstr. 17
A-1090 Wien

Werden Bestandteile von Packungen von der Haut aufgenommen?

Im Badewesen werden heute in Verbindung mit Dampfbädern vermehrt Packungen auf die Haut aufgetragen. Eine wichtige Wirkung soll der Übergang fester Bestandteile von Meeresalgen, Salz, Schlamm oder Moor in die Haut sein. Wodurch findet dieser Übergang statt?

Bei den Spa-Anwendungen für den Körper unterscheidet man zwischen unterschiedlichen Wirkungen, die erreicht werden sollen. Zum einen soll Feuchtigkeit zugeführt und Feuchtigkeitsverlust verhindert werden, zum anderen gibt es Behandlungen, die Entschlacken und Entwässern zum Ziel haben - zum Beispiel in den Problemzonen und bei Cellulite. In beiden Fällen stellt die Haut eine natürliche Barriere dar, die es zu überlisten gilt.

Moleküle mit sehr geringem Molekulargewicht oder eine hohe Konzentration der Wirkstoffe erleichtern den Übergang in die Haut. Auf jeden Fall lockert Feuchtigkeit die Hornschicht so auf, das sie durchlässiger wird - gute Durchfeuchtung während der Behandlung ist eine wichtige Grundvoraussetzung, um positive Ergebnisse zu erzielen. Auch die Zugabe von Wasser z. B. in Form von Dampf kann die Penetration von Molekülen in die Haut verbessern. Bei den entschlackenden, entwässernden Anwendungen ist der Weg genau umgekehrt. Hier wird der Haut das Wasser entzogen.

Bei allen Spa- und Wellness-Behandlungen geht es aber nicht nur um die direkt sichtbare oder meßbare Wirkung, sondern auch um den streßabbauenden und entspannenden Wohlfühl-Effekt. Massagen, Aromen, Atmosphäre in der Behandlung und die Regelmäßigkeit dieser persönlichen "Auszeit" tragen nicht in unerheblichem Maße zum Effekt jeder Behandlung bei.

Andrea Weber-Mußmann
Leiterin Forschung & Entwicklung
BABOR Cosmetics
Neuenhofstr. 180
52078 Aachen

Sind Honig- oder Salzaufgüsse nützlich?

Bei so genannten Salz- oder Honigaufgüssen wird die Haut mit Salz bzw. Honig abgerieben. Wenn man sich mit Salz die Hautoberfläche abreibt, entsteht durch die Körnung des Salzes ein Peelingeffekt. An der oberen Haut locker anheftende Hornzellen werden abgeschilfert. Dabei handelt es sich nicht, wie viele glauben, um totes Horn. Der Effekt ist, dass durch die Abschilferung Signale aus der obersten Hautschicht an untere Regenerationsschichten der Haut ausgesendet werden, die eine Zellerneuerung und damit Regeneration der Haut anregen.

Darüber hinaus werden die Poren der Haut geöffnet, Schweiß und Talg können besser abfließen. Außerdem werden überschießende Verhornungen reduziert. Gleichzeitig wird ein Massageeffekt erzielt, der die Durchblutung fördert und den Lymphstrom anregt. Daher ist es empfehlenswert, an Armen und Beinen möglichst in Richtung des Herzens zu streichen. Die Anwendung sollte auf der feuchten Haut während oder nach dem Saunagang erfolgen.

Bei der Anwendung von Salz ist zu beachten, dass dieses nicht in die Augen und nicht in Wunden gelangt. Ein nachteiliger Effekt ist nicht zu erwarten, auch nicht auf den Säureschutzmantel der Haut. Lediglich Patienten mit trockener und empfindlicher Haut wie z. B. Neurodermitis-Patienten sollten diese Anwendung nur vorsichtig durchführen oder vermeiden, da sonst Reizungen provoziert werden können.

Honig wird gern zur Pflege der Haut benutzt. Man schreibt ihm heilende, keimabtötende und pflegende Wirkung zu. Allerdings dient die Haut dem Körper als Schutzschild vor eindringenden Stoffen. Große Moleküle können daher meist nicht in die Haut gelangen. Allenfalls lagern sie sich an die Hornschicht der Haut, d.h. der obersten Hautschicht, an und wirken dadurch pflegend. Eine weitergehende Wirkung auf tiefere Hautschichten durch Eindringen von Inhaltsstoffen ist nicht zu erwarten. Dies gilt allerdings für praktisch alle Hautpflegeprodukte, auch wenn die Industrie häufig etwas anderes suggerieren will. Ob tatsächlich ein nennenswerter Effekt durch Wirkstoffe des Honigs beim Einreiben während eines Saunabades eintritt, ist fraglich. Der größte Anteil wird wahrscheinlich unter der kalten Dusche wieder abgewaschen. Ein Effekt kann noch am ehesten erzielt werden, wenn vor der anschließenden Ruhephase die Haut mit Honig eingecremt wird. Durch das Eincremen wird gleichfalls der Lymphstrom angeregt, die Durchblutung gefördert. Nachteilige Effekte sind nicht zu erwarten. Auch die oft gehörte Behauptung, dass der Honig die Schweißdrüsen verstopft und das Schwitzen behindert, ist nicht korrekt. Der Honig vermischt sich mit dem Schweiß und wird hierdurch verdünnt. Eine Verstopfung der Schweißdrüsen ist dadurch nicht zu erwarten.  Eine besondere Vorsicht bei Hautproblemen und Wunden ist ebenfalls nicht notwendig.

Allerdings ist peinlich darauf zu achten, dass in öffentlichen Saunabädern der Saunaraum durch Salz oder Honig nicht verschmutzt wird. Klebrige Saunabänke sind unangenehm. Außerdem sollte vor Benutzung eines Kaltwassertauchbeckens sowohl das Salz als auch der Honig abgewaschen sein. Wahrscheinlich ist ohnehin die Anwendung des Salzes oder des Honigs in einem Dampfraum wegen der besseren Reinigungsmöglichkeit angebrachter.

Dr. med. Johannes Gutwald
Hautarzt-Allergologie
Am Hof 16
50667 Köln

Saunabaden mit Silikonimplantaten?

Diese Frage wird sehr häufig von  den Betroffenen gestellt. Grundsätzlich gehören diese Probleme in das Aufklärungsgespräch  mit dem Arzt vor einer Operation. Dieser wird den Patienten sagen, dass Sie  nach einer Wartezeit zwischen 6 und 12 Wochen unbedenklich wieder in die Sauna, in die Sonne oder Sport treiben können.
Allein ausschlaggebend für diese Wartezeit sind die Wund- bzw. Narbenverhältnisse. Wenn die Wundheilung und Narbenreifung abgeschlossen sind und keine verbliebenen Störungen vorliegen,  kann auch ein Patient mit Silikonimplantaten  an allen Aktivitäten eines normalen Lebens teilhaben.
Auf gar keinen Fall kann es zu einer oft befürchteten Überwärmung der Implantate kommen. Diese sind vom umgebenden Körpergewebe geschützt. Die Temperatur im Körperinneren erhöht sich beim Saunagang um etwa ein bis zwei Grad und an der Körperoberfläche um drei bis zehn Grad. In der Sauna schützt sich der Organismus durch Erweiterung der Blutgefäße in der Haut und durch das beliebte schwitzen gegen eine bedrohliche  Erhöhung der Körperkerntemperatur.

Dr. Dr. Peter Karl
Niederwall5
33602 Bielefeld